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ÄNGSTE ALS JUNGE ERWACHSENE

 

In letzter Zeit habe ich mich oft mit verschiedenen Leuten darüber unterhalten, dass unsere Generation viele Ängste hat.
Zukunftsängste, Ängste der Lebensplanung. Wir haben es mit in die Wiege gelegt bekommen. Die derzeitigen Schulkinder werden auf Leistung getrimmt, keiner bricht mehr aus, nein, sie treffen sich brav zum Lernen nach der Schule und leben nach Plan. Was ist da los?

Schon in meiner Schulzeit, die beinahe zehn Jahre her ist, wurde uns gesagt, unsere Ausbildung ist der Grundstein unserer Lebensplanung. Damit hatten auch alle Recht. Ein vernünftiger Schulabschluss, die gute Ausbildung oder das Hochschulstudium sind sehr wichtige Komponenten, auf die man bauen kann. Doch damit nicht genug. Man soll sich weiterbilden, wo es nur geht und wenn man einmal einen unbefristeten Arbeitsvertrag hat, heißt das noch lange nicht, dass man sich darauf ausruhen kann. Arbeitgeber verlangen selbstredent, dass man modern mit der Zeit geht, sich mit allen neuen Technologien auskennt und selbstständig weiterbildet. Gerade bei Kollegen Ü 50 habe ich festgestellt, dass Ansprüche von Arbeitgebern schnell zu Ängsten werden. Angst zu Versagen, nicht mehr mitzukommen, von jüngeren Kollegen überholt zu werden. Verdammt, was läuft da falsch?

Ich selbst habe auch Angst, dass es mir selbst irgendwann einmal so geht. Auf einmal ist man an so einem Punkt, hat Familie, Kinder im Teenageralter zu erziehen, muss seine Miete und alle Nebenkosten zahlen, es wächst einem alles über den Kopf – und dem Arbeitgeber? Es ist ihm egal – hauptsache du funktionierst. Ja wir sind doch aber Menschen, könnte man sagen. Für viele Arbeitgeber ist man aber leider nur „ein Fall“. Entweder du bringst Leistung, oder du verursachst Aufwand – so zumindestens mein Eindruck. All das sind Faktoren, die uns jungen Menschen jetzt schon bevorstehen oder die wir uns ausmalen. Sei ja gut gebildet, kümmere dich jetzt schon um einen gut dotierten Job, sonst fällst du irgendwann durch das Raster.
Doch gibt es eine Garantie, das alles wie geplant weiterläuft? Ich denke nicht. Dinge wie langfristige körperliche oder mentale Krankheit können einem einen großen Strich durch die Rechnung machen. Ich weiß, Geld ist nicht alles. Aber wer sorgt für unsere Absicherung in solchen Krisenzeiten?

Was sagt uns das? Vielleicht nicht so viel planen, vielleicht nicht so viel drüber nachdenken, einfach machen?

Was denkt ihr darüber?

photos by: PinkMoose & barbasia.
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