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KOLUMBIEN – BOGOTA UND ZIPAQUIRA

Bogota – der Beginn unserer dreiwöchigen Kolumbienreise im Spätsommer letzten Jahres – es sollte ein kühler und rasanter Start einer erfrischenden und abenteuerlichen Reise werden, die uns bevorstand. Die Hauptstadt von Kolumbien liegt hoch in den Anden und zählt mit seinen ca. 2640m Höhenmetern zu der 4. höchstgelegenen Hauptstadt der Welt. Das merkt man sofort an den dauerhaft frischen Temperaturen, also man darf sich nicht zu luftig kleiden, dazu kommt ständig wechselnder Sprüh-Nieselregen und die Sonne, die sich durch die dicken, schwer hängenden Wolken drückt. Selbst in der Nacht war es immer etwas ungemütlich nass-kalt im Hostel… garnicht so meins ohne Heizung. Die Sicht Richtung des Berges Monserrate war aber herrlich, ein wunderbares Panorama bot sich vom Rooftop unseres Hostels in La Candelaria.

Die Straßen von Bogota sind mit vielen kreativen und bedeutungsvollen Graffitis geschmückt, die man beim Schlendern durch die Gassen von La Candelaria bestaunen kann.

  

Als wir die Straßen Richtung des Hügels Monserrate hinaufgingen, kamen wir ganz schön ins Keuchen 🙂 die Höhenmeter machen sich ganz schön bemerkbar, auch wenn wir nicht schnell liefen.

In Bogota nahmen wir zum erneuten Mal an einer Free Walking Tour teil, die auf Basis von Trinkgeldern organisiert wird.  Hier waren wir an der Plaza de Bolivar, Sitz vom Regierungsgebäude und bekannt für die vielen beflügelten Besucher (die Sesamstangen waren aber auch verlockend!) Der Platz hat viele vergangene brutale Ereignisse hinter sich, z.B. der Anschlag linker Guerillakämpfer auf das oberste Gericht.

Unserer geplanter Abendausflug zum Hügel Monserrate entpuppte sich als eine etwas abenteuerliche Tour. Ursprünglich war geplant, mit der Seilbahn hoch- und runter zu fahren und dann einfach nur auf die Dämmerung zu warten und Bogota am Abend von oben zu bestaunen. Nix da. Wir buchten unsere Uber-Fahrt und ich markierte den Standort am Hügel Monserrate (Ziel war bis zur Seilbahn zu kommen). Tja, der Standort war wohl nicht ganz exakt gesetzt, denn unserer Fahrer fuhr mit uns durch Wald und Land und war der Meinung, er bringt uns auf den Berg hinauf. Da hatten wir grundsätzlich erst einmal nix dagegen. Wir fuhren an malerischen Tälern und Hügeln vorbei, an Kühen, kleinen Farmen und es wurde immer dörflicher. Wir blieben immer in der Nähe von Bogota, aber der Weg mit dem Auto wurde immer beschwerlicher. In Kolumbien läuft nunmal überall Wasser von den Bergen herunter, quer über Straßen und Wege und spült alles ordentlich aus, sodass teilweise große Steine und Pfützen die Fahrt beschwerten. Wir fragten den Fahrer mehrmals, ob er nicht umkehren möchte, aber er war sich wohl immernoch sicher, uns an unserer Ziel zu bringen. Mein persönlicher Höhepunkt war dann, als er versuchte, durch ein riesiges Schlammloch zu fahren und dann stecken blieb und sich festfuhr. Als hätte ich es geahnt. Wir stiegen in den Schlamm aus und versuchten das Auto gemeinsam mit einem vorbeifahrenden Anwohner aus dem Schlamm zu schieben. Unserer Fahrer versaute sich seine neuen Klamotten komplett. Ich musste mir ständig das Lachen verkneifen, weil es so absurd war. Meinem Mann war nicht ganz so wohl bei der Sache. Ich dachte immer nur daran, dass wir vor Anbruch der Dunkelheit zurück in die Stadt kommen… denn wir waren schon mindestens 1,5h unterwegs auf Landstraßen. Als es uns schließlich gelang, dachte ich natürlich, er dreht um und fährt den Weg zurück… nein es kam noch besser: Er fuhr diesmal haarscharf am Schlammloch vorbei und der Weg wurde nur noch von Geröll übersät. Er fuhr mit seinem normalen PKW über Geröll und riss sich gefühlt den ganzen Unterboden auf. Auf der einen Seite war ich genervt weil er nicht umkehrte und diese Fahrt immernoch durchziehen wollte, auf der anderen Seite tat er mir Leid weil er sich komplett das Auto zerstörte. In solchen schrägen Situationen kann ich immer nicht anders als nur noch zu Lachen. : D Irgendwann standen wir einfach nur vor einer steilen Piste, die auf den Berg hinauf ging und nur noch für Wanderer begehbar war.  Hier realisierte er, dass wir umkehren mussten und fuhr beim Umdrehen gleich nochmal rückwärts an einen Zaun an. Ernsthaft, ich weiß nicht was er sich da beweisen wollte. Danach nahmen wir eine andere Wegstrecke zurück, die uns ein Bauer empfahl, der zwischendurch noch ein Stück mitfuhr. Und ratet mal was… am Schluss wurden wir nach 2h purer Adrenalinausschüttung an der Seilbahn herausgelassen. Ich kann euch garnicht sagen was wir für diese Fahrt bezahlt haben. Der Fahrer war sicher froh uns los zu sein. Aber wir konnten nicht wirklich was dafür. Als wir ausstiegen, lachten wir erst einmal Tränen vor Lachen, weil das Ganze so schräg war 😀 nach dem wir uns etwas beruhigt hatten, konnten wir den wunderschönen Abendblick über Bogota genießen.

Aussicht vom Berg Monserrate bei Abend

Auf dem Heimweg von der Seilbahn wurden wir gleich mal ganz geschickt vom Taxifahrer abgezockt, obwohl wir es merkten konnten wir nicht wirklich viel tun, weil er sehr aggressiv reagierte und wir nur noch im Hostel ankommen wollten. Nunja, wenn es die Tage danach möglich war und wir eine Wifi-Verbindung hatten, haben wir IMMER ein Uber gebucht. Ich kann die Variante uneingeschränkt empfehlen. Man sieht vor der Buchung den exakten Preis der Fahrt und fühlt sich damit einfach sehr sicher. Auch der Pick-up, die Fahrten an sich und vor allem das Handling der App waren einfach super.
Gleich noch am Abend der verrücken Tour über Land buchten wir eine geführte Tour für den nächsten Tag. Diese Attraktion hatte ich mir schon von Deutschland aus ins Auge gefasst. Die Cathedral de Sal in Zipaquira. Eine Kathedrale, in eine Salzmine gebaut. Davon gibt es nur zwei vergleichbare Exemplare weltweit. Eine davon in Polen durfte ich im Jahr 2007 sehen und war sehr begeistert.
Am nächsten Morgen wurden wir pünktlich von unserem Fahrer abgeholt, der uns auf der 2h-Tour bis dahin begleiten sollte. Wir mussten zwei Straßen weiter noch zwei junge Italiener einsacken, diese verschliefen aber, unserer Fahrer wartete im Hostel und wir wurden natürlich von der Polzei befragt, weil unserer Fahrer ungewollt falschparkte. Klasse, schon wieder so ein Vorfall. Gott sei Dank gibt es Google Translate als App, mit unserem dürftigem Spanisch sahen wir ganz schön alt aus. Nachdem sie das Kennzeichen abschrieben, ein Foto machten und unsere Pässe kontrolliert hatten, fuhren sie wieder davon. Unserer Fahrer und die beiden jungen Männer entschuldigten sich nachher tausendmal und nun konnte die Fahrt los gehen. Die Fahrt war nun sehr angenehm und die Kathedrale untertage sehr eindrucksvoll. Sowas sieht man nicht alle Tage. Hier finden auch ab und zu Hochzeiten statt, absolut wahnsinnig, die Atmosphäre muss grandios sein. 

Der Weg der Kreuzung Jesu Christi wurde auf 14 Stationen auf dem Gang durch den Stollen dargestellt. Imposante Eindrücke und Stille. Wunderbar, was Menschen von Hand erschaffen können. Nach der Besichtigung konnten wir noch ein gemeinsames entspanntes Mittagessen genießen und fuhren danach zurück nach Bogota. Die Tour, übrigens organisiert über unserer Hostel, war rückblickend doch sehr professionell und angenehm.

Als Fazit würde ich über die Hauptstadt Bogota sagen, dass ich nicht zu viel Zeit da verbringen würde. Mir persönlich hat der Charme gefehlt, dazu kam, dass wir uns abends auf den Straßen nicht wirklich sicher gefühlt haben. Die Hostels waren nach 18:00 Uhr stark verriegelt und jeder empfahl uns, auch auf dem kleinsten Weg ein Uber zum Heimweg zu nehmen. Uns ist nichts passiert, aber irgendwie hat diese Stadt eine Gewisse unangenehme Kälte ausgestrahlt für uns. Die nachfolgenden Stationen unserer Reise haben uns besser gefallen. Dazu bald mehr.

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1 Comment

  • Reply Jana

    Ein toller Reisebericht mit wunderschönen Bildern! Nach Kolumbien (oder überhaupt nach Südamerika) möchte ich unbedingt auch noch. Vorher muss ich allerdings mein Spanisch ein bisschen auffrischen!

    Liebe Grüße
    Jana

    3. März 2019 at 20:13
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