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KOLUMBIEN – CALI ES CALI Y LO DEMAS ES LOMA

Viele Leute haben uns nur schief angeguckt, als wir gesagt haben, wir möchten gern weiterreisen nach Cali. „Cali, ist es da nicht mega unsicher“ oder „Cali? Was genau wollt ihr da?“ waren typische Sätze, die wir von anderen Backpackern vorher in Bogota gehört hatten. Warum das so war, wussten wir nicht. Doch wir hatten uns den Wegpunkt vorher fest eingeplant, einerseits, um die Nähe zum Whalewatching zum Pazifik zu haben, andererseits, weil es als die Stadt des Salsa bekannt ist und wir dachten, warum nicht? Cali war am Schluss einer unserer Lieblinge auf der Reise, gerade, weil es vorher so unterschätzt schien. Der Charme der Stadt hat uns um den Finger gewickelt. Angereist sind wir mit dem Flugzeug ab Bogota und übernachtet haben wir in dem wunderbarsten Hostel auf unserer Reise, dem Hostal Ruta Sur. Hier hat einfach alles gestimmt, das überaus zuvorkommende und freundliche Personal, die Ruhe in den kleinen Innenhöfen oder die extrem hübsch eingerichteten und sauberen Zimmer. Hier haben wir uns wirklich sehr wohl gefühlt. Gleich nebenan im L’Atelier du Café haben wir den erfrischensten Cold Brew Coffee getrunken..hmm..

Schon alleine bei Betreten der Straßen fühlten wir uns wesentlich freier und wohler als in Bogota. Wir fielen zwar als Europäer bzw. Touristen definitiv auf aber wurden überall sehr herzlich willkommen geheißen. Wir haben uns schon ein bisschen wie in einer fremden Welt gefühlt. Aber ganz positiv. Selbst am Abend waren wir bis 21/22 Uhr draußen unterwegs. Wir haben unsere größeren Wertsachen immer im Safe des Hostels gelassen und sind nur mit einem Bündel Bargeld los. Gleich um die Ecke in unserem Stadtteil San Antonio gab es so etwas ähnliches wie einen Biergarten namens „Parking Food“, wo Streetfoodtrucks rumstanden und man Craft Beer und Cocktails trinken konnte. Sehr gemütlich. Abends hielten wir uns auch mehrmals am Loma de Cruz, einem etwas höher gelegenen Platz in San Antonio auf. Hier führten abends Jugendliche Breakdance-Stücke auf, Kinder spielten Ball und alle versammelten sich. Das war eine schöne Atmosphäre. Leider existieren davon keine Bilder bei Nacht, da wir ohne Handy und Kamera los gegangen sind.

San Antonio ist ein sehr hübsches und entspanntes Viertel mit einigen fancy Cafes und Läden. Hier sind auch die meisten Hostels angesiedelt. Für eine Übernachtung kann ich es sehr empfehlen. Am Tag konnte man vom Stadtwäldchen, von der Church of San Antonio aus über Cali schauen und in der Sonne entspannen. Hier machten viele Familien ein Picknick, verliebte Pärchen saßen auf der Bank und wir waren eben mittendrin 🙂

Einen Tag planten wir eine Foodtour durch Cali. Durch die wenigen Touristen waren wir an dem Tag tatsächlich die einzigen beiden Personen die sich dafür anmeldeten und hatten somit sowas wie einen Private Guide für uns. Unserer Guide kam aus den Niederlanden und wohnt schon seit sieben Jahren in Kolumbien, hat eine Frau und müsste inzwischen Vater geworden sein. Er ist durch seine aufgeschlossene und lockere Art überall bekannt und beliebt und so hatten wir keine Mühe, überall an den Straßenständen, Cafes und im Markt spontan vorbei zu gehen und Kostproben zu bekommen.

Auch in Cali gibt es sehr viele bedeutungsvolle Grafittis, die teilweise sehr frisch gesprüht waren. Hier z.B. möchte man auf die körperliche und seelische Gewalt gegen Frauen hinweisen. Gerade die Grafittis sind eine gute Gelegenheit, um Kritik an Politik oder dem aktuellen Geschehen zu üben.

In der Markthalle von Cali war für jeden Geschmack etwas dabei. Und ich glaube wir haben fast alles gekostet, was es dort gab. Unter anderem die Maniok-Wurzel, die mit sehr vielen Gewürzen zu einem köstlichen Mahl verarbeitet wurde, Fisch, Hühnchen in Bananenblättern, frische Fruchtshakes, Früchte, die wir noch nie gesehen hatten, Bio-Kaffee, wir haben echt alles probieren dürfen. Das war sooo gut und unsere Bäuche vollgeschlagen. Mein absoluter Favorit war allerdings die Chontaduro (Pfirsichpalmfrucht), auf dem Bild oben. Gekocht, geschält, gesalzen und mit etwas Sirup serviert hat es für mich geschmeckt wie eine Mischung aus Kartoffel und gegrilltem Mais. Echt gut.

Einen anderen Tag wollten wir nach Buenaventura, an die Pazifikküste, um eine Tour zur Walbeobachtung zu machen. Wir reservierten die Tour über einen Reiseanbieter in unserem Viertel. Früh wurden wir vom Guide abgeholt und wir fuhren zwei Stunden über kurvige Straßen durch das Bergland. An etwas rasante Fahrweisen kann man sich hier schon fast gewöhnen, aber wir waren dann doch froh als es nach einer Stunde eine Pause mit etwas Frühstück gab. Stellt euch hier kein normales Frühstück vor. Es gab Rührei mit Reis. Und wahlweise gegrillte Würstchen. Ja, ganz schön deftig, aber so ließ sich das flaue Gefühl im Magen bei der Fahrt besser verkraften.

Auf der Fahrt nach Buenaventura sahen wir viele obdachlose Menschen, leider ist das Städchen da nicht für seine unmittelbare Schönheit bekannt und wohl auch sehr kriminell. Aber es ist der optimale Startpunkt für die Walbeobachtung gewesen. Nach einer Personenkontrolle durch das Militär durften wir auf das Boot, was uns zur kleinen Nebeninsel bringen sollte. Leute, sowas hab ich noch nie erlebt. Der Fahrer des ca. 30/40-Mann-Bootes drückte sowas von heftig auf das Gas, dass wir nur so gegen die Wellen schlugen und es uns buchstäblich aus den Sitzen schleuderte. Ich fand das in dem Moment leider nicht ganz so witzig, da vor uns kleine Kinder saßen und sich kaum festhalten konnten.

Als wir nach einer knappen halben Stunde ankamen, durften wir erst einmal aussteigen und anschließend in ein winziges Fischerboot umsteigen. Wir waren zu siebent. Ich hatte meine Kamera, mein Handy und meinen Reisepass einstecken und war mir auf einmal sehr unsicher, ob die Tour trocken bleibt. Wir fuhren aufs Meer hinaus und der Wellengang war nicht gerade wenig. Nach dem Höllenritt mit dem ersten Boot hab ich nur noch gehofft. Irgendwann schaltete unserer Fahrer den Motor aus und wartete, in der Nähe von uns bewegten sich noch einige andere kleine Boote. Und auf einmal sahen wir es: Wale tauchten ganz klammheimlich in unserer Nähe auf, eine Mutter und ihr Junges. Das war echt ein toller Anblick, auch wenn wir sie nicht lange beobachten konnten. Ich möchte den Ausflug nicht missen, obwohl er super anstrenged für uns war. Bei der Rückfahrt machten wir noch einen kurzen Zwischenstopp auf der Transferinsel, wo wir den niedlichen Hund kennenlernten, der uns folgte und sich promt neben uns legte. Die Hunde in Südamerika sind alle tiefenentspannt, vielleicht liegt es daran dass viele nicht an der Leine laufen müssen.

Zurück im Hostel angekommen, waren wir total fertig und konnten sehr gut schlafen. Es war wohl doch etwas viel Adrenalin für einen Tag 🙂 Den Tag danach entspannten wir und wollten uns die Stadt noch etwas angucken. Da es nicht unheimlich viele Sehenswürdigkeiten gibt, besuchten wir den großen Zoo und konnten uns viele exotische Tierarten anschauen. Auch ein Spaziergang am Fluss entlang war sehr entspannt. Bitte achtet bei Spaziergängen auf die sicheren Zonen und Plätze. Es gibt eine Karte die ausgegeben wird wo von grün bis rot Wege und Plätze nach der Sicherheit beurteilt werden. Das war für uns eine sehr hilfreiche Sache. Vor allem hatten wir ein supergutes Gefühl uns frei zu bewegen. Unsere Weiterreise ab Cali wollten wir mit den öffentlichen Verkehrsmitteln planen. Genauergesagt mit dem Bus bis nach Salento. Fliegen war doch etwas umständlich, da man sowieso nocheinmal in einen Bus zusteigen musste, um nach Salento zu gelangen. Wir fuhren so 5-6 Stunden Bus, was in einem klimatisierten Fahrzeug und mit Ess-und Trinkpause eigentlich ganz angenehm war.

Weiterlesen könnt ihr im Salento-Beitrag…

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