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KOLUMBIEN – SALENTO UND BOQUIA IM KAFFEEDREIEICK

Unsere Fahrt nach Salento lief entspannt mit einem klimatisierten Reisebus. Auf der Fahrt stiegen wir einmal in Armenia um, aber alles lief wie am Schnürchen. Ein bisschen durchfragen muss man sich natürlich überall. Die beste Beschreibung für die Route fanden wir hier. Als wir in Salento angekommen sind, haben wir uns gleich sehr wohl gefühlt, es ist ja schon ziemlich dörflich da. Ein kleines Mädchen hat uns gleich auf der Straße freundlich begrüßt, als wir in der Mittagssonne den Hügel hoch liefen. Da der Ort nicht so groß ist, gelangten wir auch schnell zu unserem Hostel „Casa de las Dos Palmas“ mitten im Grünen. Die meisten Hostels sind ja Gott sei Dank mittlerweile mit Doppelzimmer ausgestattet, sodass man genügend Privatsphäre für sich hat. In den meisten Fällen hat man sogar ein eigenes Bad – so in dem Fall auch. Früh wurden uns frische Früchte und Omelettes, Toast und Arepas serviert, wie in den meisten Hostels, bei der Aussicht von der Terasse war das sehr entspannt.

Nach Salento sind wir wegen der Wanderung durch das Valle de Cocora gekommen, die wir am darauffolgenden Tag starten wollten. Im Cafe „Brunch de Salento“ informierte man uns ausführlich über möglich Routen, Treffpunkte usw., ein echt netter Service. Die Tickets für die kurze Jeepfahrt ein paar Orte weiter konnten wir uns auf dem Marktplatz kaufen, alle halbe Stunde fuhr eine Tour los. Die Willys, so nennt man die alten Jeeps, waren teilweise sehr überfüllt und manche mussten eben hinten auf der Stufe stehen und sich festhalten. Wiedermal eine rasante Fahrt im Freien 😉 nach ca. 10-minütiger Fahrt kamen wir an und konnten direkt los wandern, alles war sehr gut ausgeschildert. Wie in vielen Teilen Kolumbiens, läuft überall Wasser von den Bergen. Man sollte sich auf mehr oder minder glitschige Wege einstellen. Aber auch ohne richtige Wanderschuhe ging es, hab ich selbst für euch getestet 😉 Uns wurde vor der Wanderung gesagt, wir müssten 7 Hängebrücken überqueren, um auf den steilen Wanderpfad auf die andere Seite des Flusses zu kommen. Also war fleißig mitzählen angesagt. Die Brücken waren teilweise etwas morbide, aber wir wären in nicht allzu tiefes Wasser gefallen, da musste man keine Angst haben. Manchmal musste man auch über glitschige Baumstämme balancieren. Die Natur ringsum war wirklich wunderschön grün und erholsam. An einigen Stellen im Nationalpark war auf einmal ein kleines Zelt aufgestellt, in dem eine Person wartete und die wirklich geringe Nationalparkgebühr einkassierte. Schon irgendwie ein witziger Arbeitsplatz.

Diese Maultiere und ihre Begleitung begegneten uns auf dem extrem steilen Pfad nach oben. Uns machte dieser Aufstieg ziemlich zu schaffen, da wir am Tag zuvor etwas Magen-Probleme hatten. Auch die Höhenluft waren wir nicht so wirklich gewohnt. Landschaftlich war es wunderbar, doch wir wollten einfach nur oben ankommen. Die letzten Meter Aufstieg waren eine Qual, alle ein bis zwei Meter wollte man stehen bleiben. Endlich oben angekommen, hatten wir diesen wunderbaren Ausblick. Ab dann liefen wir wieder bergab durch Nadelwald und anschließend durch das Valle de Cocora. Rückblickend würde ich noch etwas mehr Snacks als Proviant einpacken. Auf dem Weg wird nichts verkauft, wie man es in anderen Touristenregionen kennt. Das ist eigentlich auch gut so, so liegt nirgendwo Müll rum. Aber genügend Wasser, Kekse und vielleicht Bananen sollte man sich einpacken.

Der Ausblick ist gigantisch und einzigartig, mehr muss ich dazu eigentlich nicht sagen. Unterwegs trafen wir einige Touristen, die ewig vor dem Ausblick posierten. Wir haben es mit Selfies und Co. nicht übertrieben und einfach nur genossen. Die Quindio-Wachspalme ist der Nationalbaum Kolumbiens und hier heimisch. Sie gilt mit ihren ca. 15-50 Metern als höchste Palmenart der Welt. Bei der Auswahl von Urlaubsorten ist es mir immer wichtig, dass es nicht „staubtrocken“ ist – also dass es eine schöne Pflanzenwelt gibt und grüne Ecken. In Kolumbien hast du so viele Tier-und Pflanzenarten, ich sehne mich ein bisschen danach zurück, wenn ich daran denke. Diese Palmen, Farne, Gräser, diese Grüne und Frische… auch zu merken am darauffolgenden Tag.

Da besuchten wir die Kaffeefarm von Don Elias in Boquia, eine Bio-Kaffeeplantage. Wir schlossen uns einem anderen Pärchen an und starteten die Tour wieder vom Marktplatz aus. Die Fahrt dauerte nur ein paar Minuten und schon waren wir da. Der Enkel von Don Elias führte uns auf englisch durch die kleine Plantage. Er erklärte uns, was die anderen Bäume (Avocado, Mango etc.) und die großen Bananenstauden für eine Bedeutung im Anbau hatten. Zum einen sind sie eine Hilfe zum Schattenspenden für die Kaffeesträucher, zum Anderen helfen sie mit der natürlichen Düngung durch kompostierte Früchte und gleichen den Säuregehalt in der Erde aus. Der Kaffee stößt hier auf das perfekte Klima. Weiterhin wurden uns noch die Trocknung, Röstung und die Mahlung der Bohne gezeigt. Anschließend durften wir den frisch gemahlenen Kaffee verkosten. Er war super mild und nicht so schwarz geröstet, wie der Kaffee den wir Europäer meist trinken. Dieser ist nämlich meist eher verbrannt und die Aromen gehen flöten.

Diese Tour war lehrreich und einfach wunderbar, ich kann sie nur jedem Kaffee-Liebhaber empfehlen. Es ist auch einfach schön, mitten durchs Grüne zu wandern. Ein paar kleine Kaffeepackungen haben wir als Kostenproben mit nach Hause genommen. Leider verkaufen sie sonst nicht direkt, sondern an Segafredo nach Italien.

In Salento kann man Abends auch entspannt entlang der Läden und Cafes in der Nähe vom Markt spazieren – was trinken oder Abendessen gehen. Der Ort ist schon etwas mehr touristisch, aber im ganz positiven Sinne. Es gibt sogar einen kleinen Busbahnhof, von dem wir dann wieder abgereist sind. Dort haben wir auch die Tickets für die Rückfahrt gekauft. Auch eine Apotheke ist im kleinen Ort vorhanden. Mehr als zwei bis drei Tage würde ich nicht für den Aufenthalt einplanen, aber gelohnt hat sich dieser Zwischenstopp hundertprozentig. Unsere Reise ging nun weiter nach Medellin – zurück in die Großstadt…

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1 Comment

  • Reply Alex Howell

    Was für eine tolle Rezension, und was für ein toller Geschmack, kolumbianischen Kaffee zu trinken. Es war eine gute Reise.

    31. August 2019 at 18:34
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