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OMA, DU FEHLST.

Oma, du fehlst mir. Uns allen.

Jetzt im Herbst nähert sich der Tag an dem wir dich gehen lassen haben.
Voller Liebe, die für immer in unserem Herzen bleibt.

Ich weiß, du warst gut darauf vorbereitet, aber wir irgendwie nicht. Es kam doch ziemlich plötzlich und dann ging alles so schnell, obwohl man weiß, dass jedes Leben endlich ist. Wir hatten an dem Tag deines Schlaganfalls noch intensiven Kontakt. Es war ein schöner Dezembertag, wir wollten an dem Tag Vatis Geburtstag feiern. Das haben wir abends auch getan. Ich und Mutti sind zu dir gekommen, um deine Haare einzudrehen. Mutti wollte mir das zeigen, hat dein Haar fein auf die Lockenwickler aufgewickelt und ich habe dir dann die Haare eine Weile geföhnt. Du hast dich dabei sehr wohl gefühlt, Zeitung gelesen und entspannt. Wir haben dir ab und zu aus Spaß hinten in den Pullover rein geföhnt, da hast du dich wohlig geschüttelt. Wenn ich mich jetzt daran erinnere, schmerzt es mich, dass am Abend schon alles ganz anders war, und doch bin ich sehr dankbar für diese letzte intensive Begegnung mit dir.
Abends haben wir uns dann wieder begrüßt, alles war normal. Wir waren in der Küche beschäftigt, du und die restlichen Gäste wart im Wohnzimmer. Beim Essen kam dann R. auf einmal mit der Schreckensnachricht rein, aber es dachten ja erstmal alle es ist nur ein Kreislaufkollaps. In Dresden besuchten wir dich am Sonntagabend noch auf der Intensivstation, du hast uns ein letztes Mal angeschaut und wahrgenommen. Auch über diese Begegnung bin ich unheimlich froh. Ich hoffe, du hast gemerkt, dass du nie allein warst.

Oma, danke, für alles, was du in unserem bisherigen Leben für uns getan hast. Danke, für all die ernsten Gespräche und gut gemeinten Hinweise, die du uns mit auf den Lebensweg gegeben hast. Danke, für all die Stunden, die du einfach für uns da warst. Es waren etliche. Wir haben dich gebraucht, und du hast all deine Liebe und Erfahrung mit uns geteilt. Du hattest nicht das spaßigste Leben. Erst die Flucht ins Ungewisse, dann die Älteste von vier Geschwistern, die immer tatkräftig mit anpacken musste. Du hast deinen Beruf aufgegeben, du hast Opa durch schwere Krankheitsphasen geholfen. Du hast sicher öfter zurückstecken müssen. Doch im Nachhinein, warst du so zufrieden mit deinem Leben und nur wir, deine Familie, waren dir wichtig. Du brauchtest keinen Status, keine Reichtümer, warst sehr bescheiden, immer.

Du warst für mich einer der wertvollsten Menschen in meinem Leben.
Es ist ein Trost, zu wissen, dass viele deiner Eigenschaften in mir selbst weiterleben.

Danke für alles.

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