Follow:
Travel

SPÄTHERBST IN PARIS

Es war ein Herzenswunsch meiner lieben Mama, diese Reise nach Paris. Und mal ehrlich. Wer träumt denn nicht davon, mal in dieser Stadt zu flanieren? Kurzfristig planten wir diese wunderbaren vier Tage im Spätherbst, Ende Oktober. Es ist immer ein unheimlicher Spaß gewesen, zusammen zu verreisen. Ich hoffe, das wir das noch mehrmals wiederholen können, egal in welcher Form. Die Reise nach Paris ist mir wirklich im Herzen geblieben, fest verankert, mit einem Gefühl, das sich nur als tiefe Sehnsucht beschreiben lässt. Sehnsucht nach Neuem, Sehnsucht nach Geborgenheit, Sehnsucht nach Nähe zur Familie, die mir eigentlich dauerhaft fehlt. Es bleiben Erinnerungen, die so einfach niemand nachspielen kann. Und während mir mein Kater gerade schnurrend auf dem Schoß liegt, schaue ich diese Fotos an und weiß genau – Das war einmalig. Dieser und jener Moment. Wie verzaubert, in dem Licht, was nur der Spätherbst ausstrahlt.

Unsere Reise begann mit dem Flug ab Berlin bis Paris. Die Strecke von zwei Stunden verging sehr schnell, unserer Sektritual vor dem Flug macht die ganze Sache noch interessanter und die Whisky-Verkostung im Dutyfree-Bereich…Nun gut. Reden wir lieber nicht so genau darüber. Die Engländer haben es etwas übertrieben. Wir flogen sehr erheitert über den Wolken und die Morgensonne zeigte sich mild und rosa am Himmel. In Paris angekommen, wollten wir mit der U-Bahn direkt nach Montmartre fahren, wo unserer AirBnb Apartment war. Die Fahrt stellte sich als eine kleine Geduldsprobe heraus, denn durch irgendeinen anderen Zug hatten wir über eine Stunde Wartezeit an einer Haltestelle im Außenbezirk von Paris. Was sich dort für Szenen abspielten, war einerseits amüsant, andererseits gab es uns zu Denken. Sehr großen Unterhaltungswert hatte der Mann mit dem Ghettoblaster in der Bahn, der alle paar Sekunden den Sender verstellte und es laut rauschte. Als es endlich weiterging, hatten wir Eile, schnell zu unserer Gastgeberin zu kommen, die schon auf uns wartete. Am Gare du Nord halfen uns zwei sehr symphatische Pariser Männer, die richtige U-Bahn Richtung Jules Joffrin zu nehmen. Es war ein einziges Chaos, denn gerade war Feierabendzeit und es strömten Massen an Menschen durch den U-Bahn-Hof. Die Höflichkeit der Franzosen lobe ich mir wirklich, es scheint nicht nur ein Gerücht zu sein. Nachdem wir ein wenig rumgeirrt sind, haben wir unserer kleines, feines 3-Zimmer-Apartment bezogen. Es war wirklich süß, detailreich und sehr gemütlich eingerichtet. Als ich Montmartre als unseren vorübergehenden „Wohnort“ aussuchte, war ich mir nicht bewusst, dass es ein richtiges Künstlerviertel ist. Niedliche Galerien, Secondhand-Läden und Bars gab es in jeder Straße. Zu dem berühmten Sacre Coeur hatten wir es garnicht weit. In wenigen Minuten konnten wir die Treppenstufen bis zu diesem tollen Punkt oberhalb von Paris erklimmen. Wir besichtigten natürlich noch viele weitere wunderbare Orte in Paris, hier ein wenig Inspiration.

Sacre Coeur in Montmatre

Mystisches Notre Dame. Die sagenumwobene Kirche zeigte sich von ihrer schönsten Seite, als wir sie betraten.
Der spanische Chor, der an unserem Besuchstag gerade für ein Konzert probte, tauchte die Szene in eine noch dramatischere Stimmung.

Dieses bezaubernde Licht, von dem ich bereits sprach. Spätherbst und Spätabend in Paris. Was für ein goldener Schimmer sich über die Straßen und Häuserdächer gelegt hat…einfach wunderbar.

Als wir am letzten Tag noch den Vormittag zur Verfügung für Ausflüge hatten, machte meine Mutter einen Vorschlag. Ganz zeitig aufstehen und noch vor Sonnenaufgang die Treppenstufen zu Sacre Coeur hoch steigen. Wir sind zu viert hoch gelaufen und haben es nicht bereut. Der Sonnenaufgang ließ noch etwas auf sich warten, aber es war so atemberaubend schön. Diese Stille über den Weiten der Stadt – dieser zarte Nebel – der sich um die Häuser zog. Wir standen in der Morgenfrische und atmeten tief ein.  Alles etwas mystisch und fast zu ruhig, um wahr zu sein. Das war Paris im Morgengrauen. So schön. So einmalig. Eine Erinnerung für immer.

Unserer kurzer Ausflug zu Moulin Rouge – was als höchster Punkt von Paris Tanzaufführungen und Theaterstücke zeigte und noch zeigt, war in Abendrot getaucht. Wie passend.

Karussel an der U-Bahn-Haltestelle Jules Joffrin, wo wir täglich vorbei mussten. Ich liebe diese Retro-Fahrgeschäfte.

Tour Eiffel, natürlich ein Muss. Ursprünglich als Aussichtsturm für die Weltausstellung in 1889 errichtet, ist er uns bis heute erhalten geblieben. Eigentlich sollte er nach zwanzig Jahren wieder abgebaut werden. Wir hatten früh am Morgen wunderbares Sonnenwetter und damit fantastische Sicht auf die Stadt.

Unserer kurzer Besuch im Louvre stellte sich als sehr zeiteinnehmend heraus. Wir hätten vermutlich einen ganzen Tag benötigt, um den riesigen Ausstellungen gerecht zu werden. Da wir aber sehr wenig Zeit hatten, beschränkten wir unseren Besuch auf ein paar wichtige Punkte. Natürlich waren wir bei der Mona-Lisa. Obwohl ich sie mir größer vorgestellte, war es schön es mal in echt zu sehen. Viel imposanter noch waren aber die anderen Gemälde ringsherum und auch die Ägypten-Ausstellung, die wir uns ansahen. Nachher schlenderten wir noch an der Seine entlang, und schauten uns die Gemälde und Kunstdrucke der Künstler an, die dort einen Stand hatten.

Craftbeer in der Bar um die Ecke.

Es war die Zeit kurz nach den vielen Terroranschlägen, als wir uns entschieden haben, Paris zu besuchen. Ständig waren irgendwelche öffentlichen Orte Ziele von Anschlägen und man sah fast jeden Tag irgendwelche Hiobsbotschaften in den Nachrichten. Ich kann aber sagen: Lasst euch nicht entmutigen, eurer Leben zu leben. Es ist begrenzt, und ihr solltet alle diese schönen und wunderbaren Momente einsaugen und in eurem Gedächtnis speichern. Es ist so wichtig, dass wir alle zeigen: Wir sind immernoch da. Und wir bleiben. Wir haben keine Angst – wir möchten in Frieden miteinander leben. Es gibt unserer vereintes Europa – und wir sind froh darüber. Es ist so schön, fremde Menschen zu treffen – und mit einem Lächeln und ein paar Wortwechseln öffnet sich eine ganz neue Welt. Das liebe ich am Reisen. Frankreich- ich komme wieder, ganz bestimmt!

 

Share on
Previous Post Next Post

You may also like

12 Comments

  • Reply Britta

    Tolle Bilder! Wir waren über Silvester 2014/2015 in Paris und es war einTraum! Wir hatten auch richtig Glück mit dem Wetter und viel Sonne, da macht das natürlich gleich noch mehr Spaß… Ich liebe diese Stadt!

    21. Februar 2018 at 20:25
    • Reply Resiiilein

      Silvester in Paris stell ich mir richtig toll vor!

      26. Februar 2018 at 18:10
  • Reply L♥ebe was ist

    ohhh du versetzt mich direkt ins Schwärmen! ich liebe Paris – wie meine zweite Heimat (eigentlich meine dritt, weil ich ja in Berlin und Düsseldorf zuhause bin 😉 )

    eine sehr schöne Stimmung hast du hier eingefangen! meine Lieblingsjahreszeiten in Paris sind das Frühjahr und auch der Herbst 🙂

    liebste Grüße auch,
    ❤ Tina von http://www.liebewasist.com

    21. Februar 2018 at 19:35
    • Reply Resiiilein

      Meinst du, weil du schon so oft da warst oder wohnst du tatsächlich zeitweise dort? 🙂

      26. Februar 2018 at 18:09
  • Reply Katja

    Was für tolle Bilder! Ich muss mal wieder nach Paris. Ist schon ewig her, als ich da war.

    21. Februar 2018 at 19:07
  • Reply Outdoor-Hochgenuss

    Sonnenauf- und -untergangsstimmungen finden wir auch immer toll. Die sind einfach magisch, egal ob in den Bergen oder in der Großstadt. Weiterhin viel Spaß bei den Mutter-Tochter-Reisen. Gruß aus Stuttgart, Silke

    21. Februar 2018 at 18:31
    • Reply Resiiilein

      Das stimmt 🙂 die bleiben in besonderer Erinnerung. Ich hoffe dass wir davon noch ganz viele erleben 🙂

      21. Februar 2018 at 20:22
  • Reply Sirit

    Dieser lange Schatten vom Eifelturm sieht ja klasse aus! Wow. LG, Sirit

    21. Februar 2018 at 18:25
  • Reply Amely Rose

    Kein wunder, dass Paris die Stadt der Liebe is, man muss sich einfach verlieben 😉
    Danke für die tollen Eindrücke. Ich war schon viel zu lange nicht mehr in dieser tollen Stadt.

    schau gerne auf meinem BLOG vorbei und auf INSTAGRAM

    21. Februar 2018 at 9:57
    • Reply Resiiilein

      Gern 🙂 ja ich hab auch direkt wieder Lust, da zu sein.

      21. Februar 2018 at 17:43

    Leave a Reply

    * Die Checkbox für die Zustimmung zur Speicherung ist nach DSGVO zwingend.

    Ich akzeptiere